Der Wilhelm-Lehmann-Preis

Die Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft e.V. und die Stadt Eckernförde verliehen im Jahr 2009 erstmalig den Wilhelm-Lehmann-Preis.
Der Preis wird vergeben für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Lyrik, der Erzählung und des Essays.

Wilhelm Lehmann wurde 1882 in Venezuela geboren, lebte von 1923 bis zu seinem Tod 1968 in Eckernförde und hat in der Stadt an der Ostsee sein Hauptwerk geschaffen.

In den fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts galt er neben Gottfried Benn, Bertolt Brecht und dem Lehmann nah befreundeten Oskar Loerke als der bedeutendste deutschsprachige Lyriker. Sein Werk wirkte schulbildend: Elisabeth Langgässer, Günter Eich und Karl Krolow schrieben unter seinem Einfluss. Heute erinnern Autoren wie Harald Hartung, Wulf Kirsten, Hans Dieter Schäfer, Heinrich Detering und Lutz Seiler an ihn.

Lehmann fing an als Erzähler. Seine Romane „Der Überläufer“ (1927) und „Der Provinzlärm“ (1930) verdienen besondere Beachtung. Es folgt ein im deutschen Sprachraum singuläres „Bukolisches Tagebuch“ (1927-32), das an das Nature Writing der angelsächsischen Welt anschließt. Seit 1930 beginnt ein reiches lyrisches Werk, das zunehmend von poetologischen Essays begleitet ist.

„Die Sprache nennt das Sehen Wahrnehmen.“ Wilhelm Lehmann

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„Wenn ich diesen Zeilen einige eigene Verse beilege, so nehmen Sie es bitte nicht als Unbescheidenheit. Ich möchte Ihnen nur zeigen, was ich dem seit Jahren währenden Umgang mit Ihren Versen verdanke: die Öffnung des Blicks. In ähnlicher Weise haben Sie manchem der jetzigen und kommenden Lyriker den Star gestochen.“ Günter Eich

„ Es kommt mir fast vor, als hätte ich früher nie gesehen. Ein Stein, eine Baumborke frappiert mich. Greift mich bisweilen so an, dass ich es abschütteln muss. Wissen Sie, Herr Lehmann, das ist das Indische: Das bist du.“ Alfred Döblin

„Das haben wir seit Jean Paul nicht mehr in Deutschland gehört.“ Max Beckmann

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Angesichts der inzwischen abgeschlossenen achtbändigen Lehmann-Gesamtausgabe (Klett-Cotta) und des 2008 erschienenen umfänglichen Briefwechsels mit Werner Kraft in Jerusalem sowie der regelmäßig im Wallstein-Verlag erscheinenden Zeitschrift „Sichtbare Zeit“ eröffnen sich für dieses Werk neue Wirkungschancen.

Der Preis der Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft ist nicht nur eine Hommage an Wilhelm Lehmann, sondern möchte das Gespräch über Poesie und den Poeten als den „nützlichsten Menschen“ aufnehmen und weiterführen.

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