Alma Heismann, 1885 in Flensburg geboren, war Lehrerin an der Bugenhagenschule in Schleswig und starb dort 1943 an einer ansteckenden Krankheit ohne ihre Gedichte veröffentlicht zu haben. Mit der Akademieausgabe wurde eine Lyrikerin entdeckt, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bemerkenswerte Liebessonette geschrieben hatte. Ein Kritiker bezeichnete die Gedichte als "edel gebaut" und "sprachmächtig". Lehmann, der Alma Heismann nur aus den Erzählungen ihrer Schwester kannte, bedauerte es sehr, dass er diese "begabte Frau" nicht "in lebendiger Gegenwart erleben durfte".

Bibliotheksleiterin Stefanie Oeding hatte den überraschenden Fund, zu dem auch Briefe des Akademiedirektors Hermann Kasack an Emilie Heismann gehören, am 11. Mai in Eckernförde der Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft übergeben. Vorstandsmitglied und Lehmann-Herausgeber Dr. Wolfgang Menzel brachte die Autographen nach Marbach, wo bereits die Gegenbriefe Emilie Heismanns an Lehmann und an Kasack archiviert sind. Im Deutschen Literaturarchiv wird der literarische Nachlass des Eckernförder Dichters aufbewahrt - neben Manuskripten, Tagebüchern und Notizbüchern stehen der Wissenschaft dort auch seine umfangreiche Korrespondenz sowie die komplette Bibliothek Lehmanns zur Verfügung.

Seit vielen Jahren kooperiert die Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft mit dem Deutschen Literaturarchiv, welches erst im vergangenen Herbst für die Eckernförder Lehmann-Ausstellung im Stadtmuseum, "Der Wanderer und der Weg", eindrucksvolle Exponate bereitstellte. "Wir fertigen auch von diesen Dokumenten gerne Faksimiles an, wenn sie in Eckernförde gezeigt werden sollen", sagte Dr. von Bülow. Er stellte ebenfalls in Aussicht, dass die Tonbänder und Schallplatten mit Reden und Lesungen Lehmanns bald digitalisiert werden. Das würde es der Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft beispielsweise ermöglichen, diese authentischen Tondokumente in Auszügen auf ihrer Homepage zu veröffentlichen.

Rückfragen bitte an Wolfgang Menzel, Tel. 0174 63 76 816, E-Mail: menzel@ph-karlsruhe.de

Zurück