In den handschriftlichen Briefen und Postkarten Lehmanns an die Flensburgerin Emilie Heismann aus den Jahren 1956 bis 1962 geht es um die Veröffentlichung von Gedichten Alma Heismanns, der Schwester Emilies. Als Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung gab Lehmann 1957 deren „Sonette einer Liebenden“ heraus und schrieb ein Geleitwort.

Alma Heismann, 1885 in Flensburg geboren, war Lehrerin an der Bugenhagenschule in Schleswig und starb dort 1943 an einer ansteckenden Krankheit, ohne ihre Gedichte veröffentlicht zu haben. Mit der Akademieausgabe wurde eine Lyrikerin entdeckt, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bemerkenswerte Liebessonette geschrieben hatte. Lehmann, der Alma Heismann nur aus den Erzählungen ihrer Schwester kannte, bedauerte es sehr, dass er diese „begabte Frau“ nicht „in lebendiger Gegenwart erleben durfte“.

Die Flensburger Bibliotheksleiterin Stefanie Oeding hatte den überraschenden Fund, zu dem auch Briefe des Akademiedirektors Hermann Kasack an Emilie Heismann gehören, vor gut zwei Wochen der Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft in Eckernförde übergeben. Vorstandsmitglied und Lehmann-Herausgeber Dr. Wolfgang Menzel brachte die Autographen nach Marbach, wo bereits die Gegenbriefe Emilie Heismanns an Lehmann und an Kasack archiviert sind.

sh:z 29./30.05.2019

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