Schriftsteller Stephan Wackwitz erinnerte in seiner Festrede der Jubiläumsveranstaltung zum 50. Todestag Lehmanns am 17. November 1968 an die anarchische Kraft des Naturraums, der Lehmann zeitlebens als poetische Inspirationsquelle und Rückzugsort diente. Unter dem Titel „Klassiker des Eigensinns“ arbeitete der Lehmann-Preisträger von 2016 im Ratssaal Eckernfördes heraus, wie sehr der spröde und dennoch bild- und bildungsreiche Stil inhaltlich auf einem politisch liberalen, ja demokratischen Fundament ruht und dem Eigensinn Platz bietet. Lehmanns Werk wird so zu einem politischen Alternativort in unruhigen Zeiten, der allem Andersartigen als ein Refugium dienen kann.

Schriftstellerin Doris Runge stellte ihren Gedichtbeiträgen eine längst überfällige Liebeserklärung an Lehmann aus ihrer Jugendzeit voran: „Als ich ein junges Mädchen war, war Lehmann mein Gott.“ Ein Gott, der die Natur zu seiner poetischen Religion erklärt hat. Julia Lucas

sh:z 19.11.2018

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